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Bildungswesen Recruiting Software 2026: Schulleitungen und Hochschulführung besetzen

Der Lehrermangel ist real. Aber Personalberatungen im Bildungswesen kämpfen mit ganz anderen Problemen: Verbeamtung, langen Entscheidungswegen, öffentlichem Vergaberecht.

Yena Team

8 Min. Lesezeit
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Personalberaterin besetzt Schulleitung, ATS Software für Bildungswesen DACH

Die KMK meldet für 2025 rund 40.000 fehlende Lehrkräfte in Deutschland. In den Medien läuft das als "Lehrermangel-Krise". Personalberater, die im Bildungswesen arbeiten, lächeln bei dieser Überschrift leicht müde. Nicht weil das Problem unwahr wäre, sondern weil ihre Arbeit damit fast nichts zu tun hat.

Lehrer werden vom Staat eingestellt. Ländersache, Verbeamtung, zentrales Einstellungsverfahren. Externe Personalberatung spielt dort keine Rolle. Was Personalberater im Bildungssektor tatsächlich besetzen, ist anderes: Schulleitungen an privaten Trägern, Geschäftsführer von Bildungsholdings, Hochschulkanzler, Leitungen von Career Centers, Bereichsleiter für digitale Transformation bei Weiterbildungsunternehmen. Das ist Executive Search, mit spezifischen Eigenheiten, die sich erheblich von anderen Branchen unterscheiden.

Worum es wirklich geht: Der Bildungsmarkt den Personalberater kennen

Der Bildungsmarkt besteht aus mehreren sehr unterschiedlichen Segmenten, die man nicht in einen Topf werfen sollte.

Privatschulen: In Deutschland gibt es rund 3.800 Privatschulen, die zusammen etwa 800.000 Schülerinnen und Schüler unterrichten (Statista, 2025). Träger wie die Phorms Education SE, die Fröbel-Gruppe, die Klett-Bildungsgruppe oder die ISS (International School of Stuttgart) sind privatwirtschaftliche Unternehmen mit Geschäftsführungen, Bereichsleitungen, Schulleitungen, die auf normale Arbeitsverträge bezogen werden. Hier werden Personalberater beauftragt.

Weiterbildungsunternehmen: Die Haufe Akademie ist eine der größten Seminaranbieter im deutschsprachigen Raum. TÜV Rheinland Weiterbildung, DGB Bildungswerk, WBS Training: das sind privatwirtschaftliche Unternehmen mit komplexen Führungsstrukturen. Programmleiter, Geschäftsführer, Leitungen für digitale Lernformate werden extern gesucht.

Hochschulen: Hier arbeiten Personalberater selten für Professuren; die gehen durch hochbürokratische Berufungsverfahren, die 18 bis 36 Monate dauern und intern organisiert werden. Aber Hochschulkanzler, Vizepräsidenten für Verwaltung, Leitungen von Transfer- und Gründungszentren, Career Center-Leitungen: das sind Positionen, bei denen externe Unterstützung gesucht wird.

Kita-Träger: Die Fröbel-Gruppe, Kinderhäuser Oberland, AWO-Einrichtungen, Caritas-Träger: viele sind mittelständische Organisationen mit Regionalstrukturen und suchen Geschäftsführungen sowie Bereichsleitungen über externe Personalberater.

Verbeamtung: Was das für die Kandidatensuche bedeutet

Wer Schulleiter an einer staatlichen Schule wird, ist verbeamtet. Das hat weitreichende Konsequenzen für die Personalsuche. Verbeamtete können nicht einfach wechseln. Sie müssen sich beurlauben lassen, oder die neue Position muss ebenfalls im Beamtenstatus angeboten werden. Das schränkt die Kandidatenmobilität erheblich ein.

In der Praxis bedeutet das: der Kandidatenpool für leitende Funktionen an Privatschulen besteht oft aus Personen, die bewusst den öffentlichen Dienst verlassen haben oder verlassen wollen. Oder aus Quereinsteigern aus anderen Branchen. Letztere haben nicht den klassischen Lehrkraft-Hintergrund, bringen aber Management-Erfahrung mit, die für Privatschulträgern zunehmend attraktiv ist.

Ein ATS muss diese Unterscheidung abbilden können. Ob ein Kandidat verbeamtet ist, welche Beurlaubungsoptionen bestehen, auf welchen Zeitraum eine Beurlaubung möglich wäre: das sind Informationen, die für die Machbarkeit einer Vermittlung direkt relevant sind. Sie gehören strukturiert ins Kandidatenprofil, nicht als Notiz in einem Freitextfeld.

Öffentliches Vergaberecht und Compliance-Anforderungen

Ein erheblicher Teil der Bildungsträger ist gemeinnützig oder öffentlich getragen. VHS-Verbünde, kirchliche Träger, kommunale Kita-Unternehmen, staatliche Hochschulen. Die Beauftragung externer Personalberatungen durch solche Organisationen folgt anderen Regeln als im privaten Sektor.

Ab bestimmten Auftragswerten greift das öffentliche Vergaberecht (VOL/A, UVgO, oder europäisches Kartellrecht). Das bedeutet: Interessenkonflikte müssen dokumentiert werden, Vergabeverfahren müssen nachvollziehbar dokumentiert sein, die Auswahl des Personalberaters selbst muss unter Umständen ausgeschrieben werden.

Für Personalberater, die in diesem Segment arbeiten, ist das mehr als ein bürokratisches Detail. Die Software muss diese Dokumentationsanforderungen unterstützen. Kommunikationshistorien, Kandidaten-Bewertungsmatrizen, Absagebegründungen: das sind Dokumente, die im Falle einer Überprüfung vorgelegt werden müssen. Ein ATS, das diese Datenpunkte strukturiert speichert, macht das nachträgliche Zusammenstellen deutlich weniger aufwändig.

Hochschulen: Lange Entscheidungswege, spezifische Positionen

Berufungsverfahren für Professorinnen und Professoren an deutschen Hochschulen dauern im Schnitt zwischen 18 und 36 Monate, von der Ausschreibung bis zur Berufung. Das ist ein etablierter, intern organisierter Prozess. Externe Personalberater spielen darin keine wesentliche Rolle.

Aber die Hochschulverwaltung ist nicht nur Professuren. Der Kanzler einer Fachhochschule verantwortet oft Budgets im zweistelligen Millionenbereich und führt Hunderte von Mitarbeitenden in Verwaltung, Infrastruktur und Servicebereichen. Vizepräsidenten für Forschung koordinieren komplexe Drittmittelprojekte. Leitungen von Hochschulrechenzentren sind IT-Führungskräfte mit sektorspezifischen Anforderungen.

Diese Positionen werden manchmal über Ausschreibungsplattformen wie die Tarifrecht-Stellenbörsen oder ZEIT Akademie besetzt, aber für spezialisierte oder schwer besetzbare Positionen wird zunehmend externe Personalberatung mandatiert. Hier ist die Entscheidungsstruktur an Hochschulen zu beachten: Präsidium, Senat, Hochschulrat. Je nach Position sind unterschiedliche Gremien involviert, was die Entscheidungszeit nochmals verlängert.

Ein gutes ATS hilft dabei, diese langen Prozesse zu managen. Mehrmonatige Suchen mit vielen Stakeholdern, Zwischenpräsentationen, mehreren Interviewrunden: das muss chronologisch nachvollziehbar dokumentiert sein, auch wenn der zuständige Recruiter zwei Monate nach dem Start des Mandats im Urlaub ist.

Der Weiterbildungsmarkt: VHS und die privatwirtschaftliche Alternative

Die Volkshochschule ist staatlich finanziert und wird über kommunale Strukturen geführt. Externe Personalberatungen spielen dort fast keine Rolle. Aber der Markt für berufliche Weiterbildung besteht nicht nur aus VHS.

Die Haufe Akademie, Teil der Haufe Group, gehört zu den größten privatwirtschaftlichen Seminaranbietern im deutschsprachigen Raum. TÜV Rheinland Weiterbildung ist ein eigenständiges Unternehmen innerhalb des TÜV-Rheinland-Konzerns. Das DGB Bildungswerk agiert als eigenständige GmbH. Diese Unternehmen haben Umsätze im dreistelligen Millionenbereich und Führungsstrukturen, die externe Executive-Search-Mandate rechtfertigen.

Besonders interessant: die Digitalisierungswelle in der Weiterbildungsbranche. Unternehmen, die jahrzehntelang Präsenzseminare angeboten haben, bauen nun Learning-Experience-Platforms, digitale Lernpfade, KI-gestützte Lernassistenten. Sie suchen Leitungen für digitale Transformation, Chief Learning Officers, Produktmanager für digitale Lernangebote. Diese Profile existieren so noch nicht lange am Markt. Weshalb KI-Matching, das über klassische Keyword-Suche hinausgeht, besonders werthaltig ist.

Software-Vergleich: Was für Bildungs-Personalberatungen funktioniert

Personio

Personio ist in Deutschland der bekannteste Name in HR-Software. Das System ist für interne HR-Teams gebaut, nicht für externe Personalberatungen. Es gibt kein Multi-Mandanten-Management, keine Klienten-Pipeline, keine Provisionsverfolgung. Wer als externe Beratung Schulleitung-Suchen und Hochschulkanzler-Mandate gleichzeitig managt, muss das in Personio mit Workarounds abbilden. Das funktioniert, nervt aber täglich.

Bullhorn

Bullhorn ist leistungsfähig und auf Staffing-Agenturen ausgerichtet. Für eine Personalberatung, die fünfzig Positionen im Bildungssektor pro Jahr besetzt, ist Bullhorn überdimensioniert und zu teuer. Die Implementierung dauert Wochen bis Monate, der Preis liegt ab ca. $99 pro Nutzer pro Monat, und die Oberfläche ist für Volumen-Staffing optimiert. Der typische Bildungssektor-Spezialist besetzt keine 50 Stellen pro Monat, sondern vielleicht 15 bis 25 im Jahr, mit hohem individuellem Betreuungsaufwand.

Yena

Yena ist für Personalberatungen im Executive-Search-Bereich konzipiert. Das bedeutet Mandantenmanagement mit Klienten-Pipeline, KI-Matching das semantisch denkt, diskrete Mandate, DSGVO-konform mit EU-Server.

Für den Bildungssektor konkret: Man kann ein Mandat für die Besetzung einer Schulleitung anlegen, alle relevanten Kandidaten inklusive Verbeamtungsstatus, Beurlaubungsoptionen und spezifischer Qualifikationen strukturiert hinterlegen, und den Fortschritt des Mandats über Wochen hinweg nachverfolgen ohne Datenverlust. Die LinkedIn Chrome Extension ermöglicht schnelles Sourcing von Hochschulverwaltungs-Profilen oder Weiterbildungs-Führungskräften.

Was Yena nicht ist: das richtige Werkzeug für eine Zeitarbeitsfirma, die dreißig Erzieherinnen pro Monat vermittelt. Bei diesem Volumen und dieser Positionskategorie braucht man andere Software. Aber für die Besetzung von Kita-Träger-Geschäftsführerinnen, Hochschulkanzlern, Leitungen von Weiterbildungsunternehmen: für genau diesen Use Case ist das System gebaut.

Preise und Details auf der Yena Preisseite. Für den Vergleich mit gängigen Alternativen: Yena vs. Personio und Yena vs. Bullhorn.

Österreich und Schweiz: Ähnliche Struktur, andere Details

Österreich hat das APS-System (Allgemeinbildende Pflichtschulen), Berufsschulen, BHS (Berufsbildende Höhere Schulen) und BMHS (Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen). Die Verbeamtungslogik ist ähnlich wie in Deutschland, mit spezifischen österreichischen Regelungen. Wien dominiert den Privatschulmarkt, aber Graz und Salzburg haben wachsende Strukturen.

In der Schweiz ist die Hochschullandschaft besonders interessant. Die ETH Zürich und ETH Lausanne (EPFL) sind weltweit führende Institutionen. Kantonale Hochschulen wie die Universität Bern, Basel oder Zürich haben eigene Verwaltungsstrukturen. Pädagogische Hochschulen in jedem Kanton suchen Rektorate und Prorektorate. Die Gehälter sind deutlich höher als in Deutschland, die Kandidaten oft internationaler, und die Vertraulichkeitsanforderungen entsprechend hoch.

Für Software bedeutet das: Mehrsprachigkeit (Deutsch, Französisch, manchmal Englisch in der Schweiz) sollte kein Problem darstellen. DSGVO und das schweizerische DSG (Datenschutzgesetz, seit 2023 revidiert) haben unterschiedliche Anforderungen. Ein ATS das EU-DSGVO-konform ist, ist meist nah am neuen Schweizer DSG, aber nicht identisch.

Die praktischen Anforderungen an das ATS

Was braucht eine Personalberatung im Bildungswesen von ihrer Software? Mandantenmanagement, das zwischen verschiedenen Trägern trennt. Kandidatenprofile, die spezifische Felder für Verbeamtungsstatus, Qualifikationen (Master of Education, Lehramt-Staatsexamen, DQR-Niveaus) und Leitungserfahrung abbilden. Kommunikationshistorie, die nachvollziehbar dokumentiert, warum ein Kandidat auf welchem Stand des Prozesses ist. Für öffentliche Auftraggeber: exportierbare Dokumentation des Auswahlverfahrens.

Das klingt nach einer langen Liste, aber die meisten Executive-Search-fähigen ATS-Systeme decken diese Anforderungen im Grundsatz ab. Der Unterschied liegt in der Qualität der Umsetzung und in der Frage, ob das System für Personalberatungen (external facing) oder für interne HR-Teams gebaut wurde.

Fazit: Nischenkompetenz braucht passende Werkzeuge

Personalberatung im Bildungssektor ist keine Massenware. Wer Schulleitungen, Hochschulkanzler und Geschäftsführer von Weiterbildungsunternehmen besetzt, macht das mit viel individueller Expertise, langen Prozessen und hohem Vertrauensanspruch auf Klienten- und Kandidatenseite.

Die Software sollte diese Arbeitsweise unterstützen. Das bedeutet: Mandantenmanagement statt Bewerber-Inbox-Verwaltung. KI-Matching das Karrieretrajektorien versteht, nicht nur Keywords zählt. Dokumentationstiefe, die auch in komplexen Vergabeverfahren standhält.

Generische HR-Software und Volumen-ATS tun das nicht. Sie bilden andere Anforderungen ab. Es gibt Personalberatungen im Bildungssektor, die seit Jahren mit Excel-Tabellen und Outlook-Ordnern arbeiten. Nicht weil sie keine bessere Lösung wollen, sondern weil die verfügbare Software entweder zu groß, zu teuer oder für den falschen Use Case gebaut war.

Das hat sich geändert.

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Yena Team

20. April 2026

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